Küste, Meer und Nationalpark schützen | Heiko Miraß – Wahlkreis 33 Vorpommern-Rügen IV

THEMA 10 · WAHLKREIS 33

Küste, Meer und Nationalpark

Natur und Menschen schützen – wie Küstensicherheit, Meeresschutz, Nationalpark, Tourismus und wirtschaftliche Nutzung miteinander verbunden werden können.

Ein Wahlkreis zwischen Schutzgebiet, Küste und Wirtschaftsraum

Wahlkreis 33 – Vorpommern-Rügen IV ist unmittelbar von Ostsee, Bodden, Kreideküste und geschützten Naturräumen geprägt. Der Nationalpark Jasmund liegt im Wahlkreis, ebenso Sassnitz mit Hafen und maritimer Infrastruktur. Nord- und West-Rügen sowie Hiddensee sind ebenfalls eng mit Küste und Wasser verbunden. Natur ist hier Lebensraum, touristischer Anziehungspunkt, wirtschaftliche Grundlage und Teil regionaler Identität zugleich.

Heiko Miraß nennt für die Landtagswahl 2026 ausdrücklich den Tourismus im Einklang mit Umwelt und Natur und den Menschen auf der Insel als einen seiner persönlichen Schwerpunkte. Damit existiert ein klar belegter Bezug zu diesem Thema. Eine vollständige persönliche 2026-Küstenschutz- oder Meeresschutzstrategie ist in seiner aktuellen Kandidatenvorstellung jedoch nicht veröffentlicht. Deshalb werden konkrete regionale Entwicklungen genutzt, um daraus nachvollziehbare Fragen an ihn abzuleiten.

Nationalpark Jasmund: mehr als eine Million Besucher jährlich

Der Nationalpark Jasmund zählt zu den bekanntesten Naturgebieten Mecklenburg-Vorpommerns. Die Nationalparkverwaltung gibt an, dass jährlich mehr als eine Million Menschen das Schutzgebiet besuchen. Das Wegenetz umfasst nach Stand Februar 2026 unter anderem 61 Kilometer reine Fußwanderwege, 82 Kilometer Rad- und Wanderwege und 16 Kilometer Reitwege. Diese Zahlen zeigen, wie intensiv Naturerlebnis und Besucherlenkung im Nationalpark miteinander verbunden sind.

Die hohe Nachfrage schafft Chancen für Tourismus und regionale Wertschöpfung, stellt das Schutzgebiet aber zugleich vor besondere Anforderungen. Wenn viele Menschen dieselben Aussichtspunkte und Wege nutzen, entstehen Konflikte zwischen Naturerlebnis, Sicherheit und Schutz empfindlicher Flächen. Besucherlenkung ist deshalb nicht bloß Organisation, sondern Teil des Nationalparkmanagements.

Seit April 2026 zusätzliche Barrieren am Hochuferweg

Die Nationalparkverwaltung berichtet, dass sich trotz Schildern und Totholzbarrieren mehr als 100 illegale Trampelpfade und acht illegale Abstiege zum Strand entwickelt hatten. Menschen verließen markierte Wege, um Aussichtspunkte zu erreichen, und gelangten teilweise bis an gefährliche Kliffkanten. Seit April 2026 markieren deshalb in einem ersten Abschnitt zusätzlich kniehohe Barrieren den korrekten Wegverlauf.

Dabei geht es gleichzeitig um Natur- und Menschenschutz. Das Verlassen der Wege kann Waldboden und Vegetation schädigen, Tiere stören und neue Pfade entstehen lassen. Zugleich besteht an unterhöhlten Kliffkanten reale Absturz- und Abbruchgefahr. Die Nationalparkverwaltung verweist auf Unfälle und gefährliche Rettungseinsätze aus der Vergangenheit.

Das Beispiel macht die zentrale politische Abwägung sichtbar: Ein Schutzgebiet soll erlebbar bleiben, aber nicht auf Kosten seiner ökologischen Grundlage und der Sicherheit. Gute Besucherlenkung braucht daher klare Wege, verständliche Information, attraktive legale Aussichtspunkte und konsequente Regeln. Die Frage an die Landespolitik lautet, wie ausreichend Personal und Infrastruktur für diese Aufgabe dauerhaft gesichert werden.

Küstendynamik ist kein theoretisches Problem

Die Kreideküste verändert sich dauerhaft. Beim Neujahrsempfang am Königsstuhl wurde Anfang 2026 ausdrücklich auf Küstenerosion und sichere Besucherlenkung hingewiesen. Als Beispiel nannte das Nationalparkamt den Rückbau des Leuchtfeuers am Kollicker Ort im Jahr 2025, der wegen fortschreitender Küstenerosion aus Sicherheitsgründen notwendig geworden war.

Diese natürliche Dynamik gehört zum Charakter einer unverbauten Küste. Gleichzeitig leben und arbeiten Menschen in Küstenräumen, Straßen und Gebäude müssen geschützt werden, und touristische Infrastruktur benötigt Sicherheit. Landesweit weist das zuständige Ministerium darauf hin, dass 265 Kilometer der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns im natürlichen Rückgang liegen und 1.050 Quadratkilometer Küstenregion bei Sturmfluten überflutet werden können.

Küstenschutz ist deshalb eine langfristige öffentliche Aufgabe. Je nach Lage kommen unterschiedliche Maßnahmen infrage, darunter Deiche, Dünen, Uferwände, Sandvorspülungen, Buhnen, Wellenbrecher oder Ufermauern. Gleichzeitig ist nicht jeder Küstenabschnitt gleich zu behandeln. In Nationalparken und natürlichen Dynamikräumen können andere Ziele gelten als vor Siedlungen und wichtiger Infrastruktur.

Meeresschutz bedeutet auch Vorsorge gegen Havarien

Die Ostsee vor Rügen ist nicht nur Naturraum, sondern auch Verkehrs- und Wirtschaftsraum. Schifffahrt, Fährverkehr, Hafenwirtschaft und Offshore-Projekte erhöhen die Bedeutung einer leistungsfähigen Gefahrenabwehr auf dem Wasser. Im März 2026 wurde deshalb das neue Ölbekämpfungs- und Mehrzweckarbeitsschiff „LÜTT MATTEN“ in Sassnitz stationiert.

Nach Angaben des Landes soll das Schiff insbesondere für die Bekämpfung von Meeresverschmutzungen im Raum Rügen und in der Pommerschen Bucht zur Verfügung stehen. Die Probefahrten waren vor der Indienststellung erfolgreich abgeschlossen worden; das Schiff geht in treuhänderisches Eigentum des Landes Mecklenburg-Vorpommern über. Damit verfügt die Region über ein modernes Einsatzmittel für Havarie- und Ölbekämpfungsaufgaben.

Vorsorge statt falscher Sicherheit
Ein modernes Einsatzschiff verhindert keine Havarie und beseitigt nicht jedes Risiko. Es verbessert jedoch die Möglichkeiten, auf Meeresverschmutzungen zu reagieren. Politisch wichtig sind deshalb sowohl Prävention als auch leistungsfähige Einsatzstrukturen. Hafen- und Energieentwicklung sollten mit Sicherheits- und Umweltschutzkonzepten gemeinsam gedacht werden.

Tourismus hängt vom Zustand der Natur ab

Die Kreideküste, Buchenwälder, Ostsee und Boddenlandschaften sind selbst ein wirtschaftlicher Standortfaktor. Gäste kommen in die Region, weil die Natur besonders ist. Damit entsteht eine klare Abhängigkeit: Wird die ökologische Qualität beschädigt oder werden sensible Bereiche dauerhaft überlastet, verliert auch der Tourismus einen Teil seiner Grundlage.

Der von Heiko Miraß veröffentlichte Schwerpunkt, Tourismus mit Umwelt, Natur und den Menschen auf der Insel in Einklang zu bringen, lässt sich deshalb an konkreten Fragen messen. Wie viel Besucherlenkung ist notwendig? Welche Infrastruktur soll ausgebaut werden? Wie werden Natur- und Sicherheitsinteressen bei stark besuchten Orten berücksichtigt? Welche Rolle spielen Bahn, Bus und Radverkehr, um Autoverkehr in sensiblen Bereichen zu reduzieren?

Gleichzeitig braucht Naturschutz Akzeptanz. Regeln sollten nachvollziehbar erklärt werden. Wenn Menschen verstehen, warum ein Weg gesperrt oder eine Kliffkante nicht betreten werden darf, steigt die Chance, dass Schutzmaßnahmen akzeptiert werden. Kommunikation ist daher ein Teil moderner Naturschutzpolitik.

Hafen, Offshore-Wind und Meeresschutz müssen zusammenpassen

Mukran Port entwickelt sich weiter als Standort für Offshore-Windenergie und Projektladung. Diese wirtschaftliche Entwicklung kann Arbeitsplätze und Wertschöpfung schaffen und zugleich zur Energiewende beitragen. Sie findet jedoch in einem sensiblen Ostseeraum statt. Deshalb gehören Umweltprüfung, Schifffahrtssicherheit, Havarievorsorge und transparente Information untrennbar zu großen maritimen Projekten.

Es wäre falsch, wirtschaftliche Nutzung und Naturschutz grundsätzlich als Gegensätze darzustellen. Entscheidend ist die konkrete Planung. Moderne Häfen können effizienter, sicherer und umweltverträglicher arbeiten als frühere Infrastrukturen. Gleichzeitig bleibt jede Nutzung mit Eingriffen und Risiken verbunden. Politik muss diese transparent abwägen und darf weder wirtschaftliche Chancen noch Umweltfolgen verschweigen.

Welche Prioritäten sollte eine Antwort von Heiko Miraß setzen?

1. Besucherlenkung im Nationalpark dauerhaft sichern

Hohe Besucherzahlen erfordern Personal, Wegepflege, Information und Sicherheitsmaßnahmen. Eine politische Antwort sollte erklären, wie diese Aufgaben langfristig finanziert werden.

2. Küstenschutz dort priorisieren, wo Menschen und Infrastruktur gefährdet sind

Nicht jeder Küstenabschnitt benötigt dieselbe technische Sicherung. Wichtig sind klare Kriterien, langfristige Planung und eine ehrliche Kommunikation über natürliche Küstendynamik.

3. Havarievorsorge und maritime Wirtschaft gemeinsam denken

Das neue Ölbekämpfungsschiff stärkt die Reaktionsfähigkeit. Gleichzeitig müssen Prävention, Ausbildung, Ausstattung und Zusammenarbeit der zuständigen Stellen weiterentwickelt werden.

4. Tourismus naturverträglich lenken

Touristische Attraktivität und Naturschutz hängen zusammen. Gute Wege, öffentliche Verkehrsmittel und verständliche Regeln können dazu beitragen, sensible Bereiche zu entlasten.

5. Akzeptanz durch Transparenz stärken

Bei Schutzmaßnahmen, Hafenprojekten und Küstenschutz sollten Ziele, Zuständigkeiten und Auswirkungen verständlich erklärt werden. Das verbindet dieses Thema mit Miraß' ausdrücklich genanntem Schwerpunkt Bürgerbeteiligung.

Politische Einordnung: was belegt ist und was offen bleibt

Belegt ist, dass Heiko Miraß den Tourismus im Einklang mit Umwelt, Natur und Menschen als persönlichen 2026-Schwerpunkt nennt. Belegt sind die aktuellen Besucherlenkungsmaßnahmen im Nationalpark Jasmund, die landesweiten Angaben zum Küstenschutz und die Stationierung der „LÜTT MATTEN“ in Sassnitz.

Nicht belegt ist daraus automatisch ein vollständiges persönliches Küsten-, Nationalpark- oder Meeresschutzprogramm von Heiko Miraß für die nächste Wahlperiode. Deshalb wird kein solches Programm erfunden. Die politisch relevante Frage lautet vielmehr, welche konkreten Prioritäten er aus den belegten Herausforderungen ableitet und wie er Schutz, Nutzung, Sicherheit und regionale Entwicklung miteinander verbinden will.

Leitfrage an Heiko Miraß
Welche konkreten Prioritäten setzen Sie für den Schutz von Küste, Ostsee und Nationalpark im Wahlkreis 33 – und wie wollen Sie Naturschutz, Küstensicherheit, Tourismus, Hafen- und Energiewirtschaft so miteinander verbinden, dass Natur und Lebensqualität auch für kommende Generationen erhalten bleiben?

FAQ – häufige Fragen

Wie viele Menschen besuchen den Nationalpark Jasmund?

Die Nationalparkverwaltung spricht von mehr als einer Million Besucherinnen und Besuchern pro Jahr.

Warum wurden 2026 zusätzliche Barrieren am Hochuferweg aufgestellt?

Sie sollen den korrekten Verlauf markierter Wege deutlicher machen. Hintergrund sind zahlreiche illegale Trampelpfade, Schäden an der Natur und erhebliche Sicherheitsrisiken an der Kliffkante.

Wie stark ist Mecklenburg-Vorpommerns Küste vom Rückgang betroffen?

Das Land gibt an, dass sich 265 Kilometer der Ostseeküste im natürlichen Rückgang befinden.

Was ist die „LÜTT MATTEN“?

Sie ist ein neues Ölbekämpfungs- und Mehrzweckarbeitsschiff, das 2026 in Sassnitz stationiert wurde und insbesondere im Raum Rügen und Pommersche Bucht für die Bekämpfung von Meeresverschmutzungen eingesetzt werden soll.

Ist Küstenschutz ein persönlicher veröffentlichter Schwerpunkt von Heiko Miraß?

Nicht als eigenständiger Punkt auf seiner aktuellen Kandidatenseite. Belegt ist sein Schwerpunkt, Tourismus im Einklang mit Umwelt, Natur und Menschen weiterzuentwickeln.

Warum gehören Hafen und Offshore-Wind in eine Naturschutzdebatte?

Weil maritime Wirtschaft im selben Ostseeraum stattfindet. Wirtschaftliche Nutzung, Schifffahrtssicherheit, Havarievorsorge und Umweltschutz müssen deshalb gemeinsam geplant und abgewogen werden.

Geprüfte Quellen und weiterführende Informationen

Die folgenden Primärquellen wurden geprüft. Sie belegen die aktuelle Besucherlenkung im Nationalpark Jasmund, die Küstendynamik, die landesweiten Küstenschutzdaten und die Stationierung des Ölbekämpfungsschiffes in Sassnitz. Persönliche Positionen von Heiko Miraß werden nur dort als solche bezeichnet, wo sie für 2026 veröffentlicht sind.

Stand der inhaltlichen Prüfung: 27. August 2026.

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